Was ist der Unterschied zwischen XRechnung und ZUGFeRD?

Aktualisiert am 30. Juli 2026 · von Jörn Schäfer

Kurz gesagt: Die XRechnung ist eine reine XML-Datei ohne Sichtkomponente. Eine ZUGFeRD-Rechnung ist ein PDF, in das dieselben strukturierten Daten als XML eingebettet sind — sie ist also für Menschen und Maschinen gleichzeitig lesbar. Beide Formate erfüllen ab Version ZUGFeRD 2.0.1 die gesetzliche E-Rechnungspflicht in Deutschland.

XRechnung und ZUGFeRD im Aufbau verglichen Eine XRechnung ist eine reine XML-Datei mit strukturierten Daten, die nur Software lesen kann. Eine ZUGFeRD-Rechnung ist ein PDF, das eine für Menschen lesbare Sichtfassung zeigt und dieselben Daten zusätzlich als XML eingebettet enthält. Beide erfüllen die E-Rechnungspflicht. XRechnungeine Datei: rechnung.xmlStrukturierte DatenBT-1 Rechnungsnummer, BT-112 Brutto …Maschine liest: jaMensch liest: nur mit BetrachterZUGFeRD ab 2.0.1eine Datei: rechnung.pdfSichtfassungdas PDF, das Sie seheneingebettetes XMLMaschine liest: jaMensch liest: ja
Beide Formate enthalten dieselben strukturierten Daten. Der Unterschied ist die Sichtfassung — und damit auch das Risiko, dass Ansicht und Daten auseinanderlaufen.

Der Unterschied in einem Bild

Stellen Sie sich zwei Umschläge vor.

Im ersten liegt ein Datensatz, den nur eine Maschine liest — das ist die XRechnung. Im zweiten liegt ein gewöhnlicher Ausdruck, den Sie sofort lesen können, in dessen Rückseite aber derselbe Datensatz eingenäht ist, sodass auch die Buchhaltungssoftware des Empfängers damit arbeiten kann — das ist ZUGFeRD.

Beide Umschläge enthalten dieselbe Rechnung.

Die Formate im direkten Vergleich

MerkmalXRechnungZUGFeRD ab 2.0.1
Dateityp.xml.pdf (PDF/A-3 mit eingebettetem XML)
Für Menschen lesbarnein, nur mit Betrachterja, wie jedes PDF
Für Maschinen lesbarjaja
SyntaxUBL oder UN/CEFACT CIIUN/CEFACT CII
Erfüllt EN 16931jaja, im Profil EN 16931 oder höher
Pflichtfeld Leitweg-IDja, bei öffentlichen Auftraggebernnur wenn vom Empfänger verlangt
Bei Behördenüberall akzeptierthäufig, aber nicht durchgängig
Typische Dateigröße5–50 KB100–800 KB
Risiko widersprüchlicher Angabenneinja — Sichtfassung und XML können abweichen

Der versteckte Nachteil von ZUGFeRD

Eine ZUGFeRD-Datei enthält dieselbe Rechnung zweimal. Und zwei Darstellungen können auseinanderlaufen.

Ein Beispiel: Im PDF stehen 773,50 Euro brutto, im eingebetteten XML 737,50 Euro. Ein Zahlendreher, schnell passiert. Für Ihren Kunden ist es trotzdem ein Problem — denn maßgeblich ist das XML, nicht das, was er auf dem Bildschirm sieht.

Meist steckt eine fehlerhafte Erzeugung dahinter, etwa wenn die Sichtfassung nach dem Einbetten noch angefasst wurde. Deshalb vergleicht jede ZUGFeRD-Datei aus unseren Werkzeugen vor der Ausgabe die Summen beider Darstellungen.

Welches Format sollten Sie verwenden?

Nach Empfänger entscheiden:

  • Öffentlicher Auftraggeber — XRechnung. Sie ist dort vorgeschrieben oder wird ausdrücklich erwartet, und die Leitweg-ID ist sauber vorgesehen.
  • Geschäftskunde mit moderner Buchhaltungssoftware — beides funktioniert. Fragen Sie einmal nach, dann ist die Sache dauerhaft geklärt.
  • Geschäftskunde, der die Rechnung noch von Hand prüft — ZUGFeRD. Ihr Gegenüber kann das PDF wie gewohnt öffnen, und die Pflicht ist trotzdem erfüllt.
  • Sie wissen es nicht — ZUGFeRD ist die verträglichere Wahl, weil die Rechnung in jedem Fall lesbar ankommt.

Womit erzeuge ich welches Format?

Beide Formate deckt XRechnung PRO ab:

  • Die Excel-Rechnungsvorlage PRO exportiert wahlweise XRechnung im UBL-Format oder eine ZUGFeRD-Rechnung.
  • XrPDF erzeugt aus einem einzigen Druckvorgang PDF, XRechnung und optional ZUGFeRD.
  • Wer eine bestehende Vorlage behalten will, kann sie erweitern lassen.

Umgekehrt: Wenn Sie eine XRechnung erhalten haben und sie lesen wollen, hilft der kostenlose Konverter.

Woran erkenne ich, welches Profil in meiner ZUGFeRD-Rechnung steckt?

Nicht am Aussehen. Die Daten stecken als Anhang in der PDF, und ob dort das Profil EN 16931 oder nur MINIMUM liegt, sieht man der sichtbaren Seite nicht an — die Rechnung wirkt in beiden Fällen vollständig.

Der zuverlässige Weg ist, die PDF hochzuladen und die ZUGFeRD-Rechnung prüfen zu lassen: Der Validator holt den Anhang heraus, prüft ihn gegen EN 16931 und benennt im Klartext, was fehlt. Das dauert Sekunden und ist kostenlos — deutlich angenehmer, als es vom Empfänger zu erfahren.

Häufige Fragen dazu

Erfüllt ZUGFeRD die gesetzliche E-Rechnungspflicht?

Ja, ab Version 2.0.1 und im Profil EN 16931 oder höher. ZUGFeRD 1.0 sowie die schlanken Profile MINIMUM und BASIC WL enthalten nicht alle nach der Norm erforderlichen Angaben und gelten deshalb nicht als E-Rechnung im Sinne des § 14 UStG.

Ist Factur-X dasselbe wie ZUGFeRD?

Technisch ja. Factur-X ist die französische Bezeichnung für das gemeinsam entwickelte Format; ZUGFeRD 2.x und Factur-X sind dieselbe Spezifikation. Eine Datei, die als Factur-X erzeugt wurde, wird von deutschen Systemen als ZUGFeRD gelesen.

Kann ich eine XRechnung in eine ZUGFeRD-Rechnung umwandeln?

Grundsätzlich ja: Aus den XML-Daten lässt sich eine Sichtfassung erzeugen und beides zu einem PDF/A-3 zusammenfügen. Umgekehrt ist es einfacher, weil das XML in der ZUGFeRD-Datei bereits vorhanden ist und nur extrahiert werden muss.

Welches Format ist besser?

Keines ist grundsätzlich besser — sie lösen unterschiedliche Probleme. XRechnung ist schlanker und bei Behörden der sichere Weg. ZUGFeRD ist angenehmer im Umgang mit Geschäftspartnern, weil die Datei ohne Hilfsmittel lesbar bleibt. Wer beides braucht, sollte eine Lösung wählen, die beides ausgibt.

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